Die Türkei und die Europäische Union haben sich darauf verständigt, ihre wirtschaftlichen Beziehungen zu vertiefen und die Zusammenarbeit in allen Bereichen zu intensivieren. Das erklärte der türkische Finanzminister Mehmet Şimşek nach dem ersten hochrangigen Wirtschafts-Dialog (High-Level Economic Dialogue, HLED) seit sechs Jahren, der am 3. April in Brüssel stattfand.
An dem Treffen nahmen neben Şimşek auch der EU-Kommissar für Wirtschaft Valdis Dombrovskis sowie die EU-Kommissarin für Erweiterung Marta Kos teil. Laut Şimşek fand das Gespräch in einer „konstruktiven Atmosphäre“statt, in der ein breiter Konsens über eine verstärkte wirtschaftliche Zusammenarbeit erzielt wurde.
Zu den zentralen Themen des Dialogs zählten die Modernisierung der Zollunion, die zwischen der Türkei und der EU seit 1995 besteht, sowie eine mögliche Visaerleichterung für türkische Staatsangehörige.
Auch die Rolle europäischer Finanzinstitutionen wurde thematisiert. Vertreter der Europäischen Investitionsbank (EIB), der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) sowie der Entwicklungsbank des Europarats nahmen an dem Treffen teil. Alle Seiten betonten die Bedeutung der Zusammenarbeit mit internationalen Finanzinstitutionen zur Förderung von Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit und wirtschaftlichem Zusammenhalt.
Laut einer gemeinsamen Erklärung stellt das HLED-Format ein gegenseitiges Bekenntnis zur Stärkung der wirtschaftlichen und finanziellen Beziehungen zwischen der Türkei und der EU dar. Insbesondere soll der Zugang kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU) zu langfristiger Finanzierung erleichtert werden.
Das nächste Treffen auf dieser Ebene soll in der Türkei stattfinden.