Die Leistungsbilanz der Türkei verzeichnete im November 2024 nach Angaben der Zentralbank vom 13. Januar ein Nettodefizit von 2,87 Milliarden US-Dollar. Das Defizit im November, das erste seit Mai 2024, lag leicht unter der Markterwartung für eine Leistungsbilanzlücke von 2,96 Milliarden US-Dollar. Die Leistungsbilanz wies zwischen Juni und Oktober 2024 konstant Überschüsse auf.
„Die Senkung des Leistungsbilanzdefizits auf ein nachhaltiges Niveau war eine der wichtigsten Errungenschaften unseres Programms“, schrieb Finanzminister Mehmet Şimşek am 13. Januar und kommentierte damit die neuesten Daten. „Wir gehen davon aus, dass das Leistungsbilanzdefizit unter 1 Prozent des Volkseinkommens liegen wird, was viel positiver ist als unser Ziel für 2024“, fügte er hinzu. Der Zugang zu externen Finanzmitteln habe sich unter günstigeren Bedingungen verbessert, so der Minister.
Şimşek warnte davor, dass sich die schwache Nachfrage in der Europäischen Union, steigende Ölpreise und der erstarkende US-Dollar in der kommenden Zeit negativ auf die aktuelle Bilanz auswirken könnten. „Wir setzen unser Programm weiterhin entschlossen um, um ein nachhaltiges Leistungsbilanzsaldo aufrechtzuerhalten und die Qualität der Finanzierung weiter zu verbessern“, bekräftigte er.
Nettoüberschuss von 3,44 Milliarden US-Dollar ohne Gold und Energie
Ohne Gold und Energie wies die Leistungsbilanz im November einen Nettoüberschuss von 3,44 Milliarden US-Dollar aus, so die Zentralbank. Das Warenhandelsdefizit belief sich im Berichtsmonat auf 5,24 Milliarden US-Dollar und stieg damit gegenüber dem Defizit von 3,6 Milliarden US-Dollar im Oktober.
Das auf Jahresbasis umgerechnete Leistungsbilanzdefizit stieg von 7,13 Milliarden US-Dollar im Oktober auf 7,37 Milliarden US-Dollar im November.
„Was die auf Jahresbasis umgerechneten Zahlen betrifft, so wurde das Leistungsbilanzdefizit im November 2024 hauptsächlich durch Direktinvestitionen mit einem Nettozufluss von 4,2 Milliarden US-Dollar, Portfolioinvestitionen mit einem Nettozufluss von 14,1 Milliarden US-Dollar und Darlehen mit einem Nettozufluss von 24,6 Milliarden US-Dollar finanziert“, so die Bank.
Im Zeitraum Januar bis November 2024 verzeichnete der Leistungsbilanzsaldo ein Defizit von 5,6 Milliarden US-Dollar, was einem Rückgang gegenüber dem Defizit von 38,7 Milliarden US-Dollar im gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht.