Ali Koç: “Koç Holding verlässt die Türkei nicht – wir wachsen weiter”

19.03.2025 – 6:35 Uhr

Nach Spekulationen über einen möglichen Rückzug von Koç Holding aus der Türkei hat Ali Koç, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, eine klare Antwort gegeben. Während eines Besuchs im Ford Otosan-Werk in Craiova, Rumänien, stellte Koç klar:

“Unsere Wurzeln liegen in der Türkei, und der Großteil unserer Investitionen fließt weiterhin hierhin. Unsere Expansionsstrategie im Ausland stärkt unser Geschäft in der Heimat.”

Milliardeninvestitionen in den Automobilsektor

Ali Koç erklärte, dass Koç Holding allein in den letzten sechs Jahren 9,5 Milliarden US-Dollar in den Automobilsektor investiert hat – 95 Prozent davon in der Türkei.

Trotz der erfolgreichen Expansion in Rumänien betonte er, dass dies keinesfalls als Rückzug aus der Türkei missverstanden werden dürfe. Vielmehr diene der Ausbau internationaler Standorte dazu, das Kerngeschäft im Heimatland zu stärken.

Kocaeli: Das Zentrum der türkischen Automobilindustrie

Besonders hervor hob Koç die Entwicklungen in Kocaeli, das als Standort für die größte Automobilinvestition der Türkei gilt.

  • 2 Milliarden Euro Investition (2021-2026) – bereits zu 95 Prozent abgeschlossen
  • Produktionskapazität von 612.000 Fahrzeugen erreicht
  • Exportwert stieg von 6,2 Milliarden US-Dollar (2021) auf 9,4 Milliarden (2024)
  • Yeniköy-Werk wurde zum europäischen Zentrum für Elektro-Nutzfahrzeuge ausgebaut

Koç betonte, dass Ford Otosan 2022 das erste vollelektrische Nutzfahrzeug der Türkei produziert habe und das Unternehmen in den nächsten Jahren weiter in die Elektrifizierung investieren werde.

“Auslandsinvestitionen sind eine Chance für die Türkei”

Koç betonte, dass die internationalen Investitionen eine strategische Maßnahme seien, um die türkische Wirtschaft zu stärken:

„Unsere Expansionsstrategie bedeutet nicht, dass wir die Türkei verlassen – im Gegenteil: Unsere Investitionen im Ausland stärken unsere Produktion und Wettbewerbsfähigkeit in der Türkei.“