Die wachsende Beliebtheit türkischer TV-Serien und Filme hat weltweit das Interesse großer internationaler Filmstudios geweckt. Laut Sait Yardımcı, dem Vorsitzenden der Turkish Film Commission, exportiert die Türkei jährlich rund 60 Serien und Filme in Regionen wie Asien, Europa, den Balkan und Südamerika. Neben dem Verkauf von Inhalten zeigen auch Hollywood, Bollywood und große Streamingdienste verstärktes Interesse an Produktionen vor Ort in der Türkei.
Yardımcı betont, dass sich mit dem „Filmtourismus“ ein neues Segment innerhalb der Tourismusbranche etabliert habe – ähnlich wie in Las Vegas, Paris oder London. Internationale Studios wie Paramount, Universal, Sony und Warner Bros hätten sich bereits über Anreize wie Steuerrückerstattungen und Drehgenehmigungen erkundigt.
Die Türkei punktet mit ihrer kulturellen Vielfalt und landschaftlichen Schönheit – von Kappadokien bis zur Schwarzmeerküste – und hat damit großes Potenzial als internationaler Drehort. Lokale Behörden, so Yardımcı, könnten durch weitere Unterstützung dazu beitragen, mehr ausländische Produktionen ins Land zu holen.
Beim diesjährigen Series Mania Forum in Lille (25.–27. März) präsentierte sich die Türkei mit einem eigenen Pavillon. Mit Unterstützung des Kultur- und Tourismusministeriums und in Zusammenarbeit mit dem Produzentenverband TESİYAP wurden neue Kooperationen mit Frankreich angestoßen. Besonders hervorzuheben ist der Besuch von Jérémie Kessler, dem internationalen Direktor des französischen CNC, der weitere türkisch-französische Koproduktionen anbahnte. Eine gemeinsame Veranstaltung in Istanbul wurde bereits angekündigt.