Türkei plant Grenzmauer zu Griechenland gegen illegale Migration

07.03.2025 – 12:00 Uhr

Die Türkei will erstmals eine Mauer und Zäune entlang ihrer Westgrenze zu Griechenland errichten, um die illegale Migration zu bekämpfen. Der Gouverneur der nordwestlichen Provinz Edirne, Yunus Sezer, erklärte, dass bisher lediglich Patrouillenstraßen existierten.

Erste Sicherheitsmaßnahmen an der Westgrenze

„In diesem Jahr werden wir physische Grenzsicherungsmaßnahmen an unserer Westgrenze umsetzen“, sagte Sezer. „Die Patrouillenstraßen sind fertiggestellt, und wie an unserer Ostgrenze wurde eine Ausschreibung für den Bau von physischen Zäunen und Mauern veröffentlicht.“

Der Bau wird in mehreren Phasen erfolgen. Zunächst soll eine 8,5 Kilometer lange Mauer entlang der griechischen Grenze errichtet werden. In den kommenden Jahren sollen die Sicherheitsmaßnahmen auf die gesamte Westgrenze ausgeweitet werden. Das Projekt wird vom Innenministerium und der Grenzschutzbehörde unterstützt.

Erfolge im Kampf gegen Menschenschmuggel

Sezer wies darauf hin, dass die Stadt Edirne weitgehend kein Migrationskorridor mehr sei. „Im Vergleich zum Vorjahr ist die Migrantenaktivität um 93 Prozent zurückgegangen“, erklärte er. In diesem Jahr wurden bei 56 Einsätzen 110 Menschenschmuggler festgenommen und der Justiz übergeben.

Seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs im Jahr 2011 ist die Türkei ein zentrales Transitland für Migranten, die versuchen, nach Europa zu gelangen. Bisher konzentrierten sich die Maßnahmen zur Eindämmung der illegalen Migration vor allem auf die Seewege.

Gefährliche Überfahrten auf dem Mittelmeer

Trotz der geplanten Sicherheitsmaßnahmen bleibt die Überfahrt von der türkischen Westküste nach Griechenland ein bevorzugter, wenn auch gefährlicher Weg für Migranten. Die Überquerung des Mittelmeers ist aufgrund der unberechenbaren Bedingungen besonders riskant. Viele Migranten nutzen unsichere Schlauchboote für die gefährliche Reise.

Die geplanten Bauvorhaben sollen nun auch an Land für mehr Sicherheit sorgen und die illegale Migration entlang der Westgrenze deutlich erschweren.