Beim verheerenden Brand im Grand Kartal Hotel im türkischen Skiresort Kartalkaya in der Provinz Bolu starben 78 Menschen, darunter 36 Kinder. Die Tragödie ereignete sich am 21. Januar, mitten in den zweiwöchigen Schulferien, als die Hotels der Region stark ausgelastet waren. Berichten zufolge waren die meisten Kinder im Grundschul- oder Mittelschulalter. Im Rahmen der Ermittlungen wurden zwei weitere Personen festgenommen. Die Gesamtzahl der Festnahmen stieg damit auf 14. Der Hotelbesitzer Halit Ergül und sein Schwiegersohn Emir Aras, der als Betriebsleiter tätig war, wurden festgenommen. Gegen 8 Personen, die im Rahmen der Ermittlungen an das Gericht verwiesen wurden, wurde Haftbefehl beantragt.
Schulen, die von den Opfern besucht wurden, äußerten öffentlich ihre Trauer. In Ankara versammelten sich Klassenkameraden und Lehrer, um der zwölfjährigen Ayse Maya Doğan und ihrer Familie die letzte Ehre zu erweisen. Auch die Familie von Alya Altın, einer Viertklässlerin aus İzmir, kam bei dem Brand ums Leben.
Verzögerte Rettung und fehlende Sicherheitsvorkehrungen
Die Berichte über schwere Versäumnisse bei den Sicherheitsmaßnahmen des Hotels häufen sich. Es fehlten funktionierende Rauchmelder, Notausgänge und Brandschutzeinrichtungen. Zudem gab es keine Feuerwehrstation in der Nähe. Der Brand brach um 3:30 Uhr morgens aus, doch die Feuerwehr erreichte den Ort erst nach 56 Minuten. Dies geht aus einem offiziellen Bericht hervor, der am 23. Januar veröffentlicht wurde.
Einige Hotelgäste versuchten, sich mit improvisierten Seilen aus Bettlaken zu retten, während die Feuerwehr mit Leitern über Fenster mehr als 50 Personen aus ihren Zimmern evakuierte. Die verzögerte Reaktion führte zu einer intensiven Debatte über die Sicherheit von Skiresorts in der Türkei.
Untersuchungen gegen Verantwortliche laufen
Die türkischen Behörden haben inzwischen vierzehn Personen in Zusammenhang mit dem Vorfall festgenommen, darunter einen pensionierten Architekten. Sechs Staatsanwälte wurden mit der Untersuchung des Brands beauftragt, der vermutlich im Restaurantbereich auf der vierten Etage begann und sich rasch auf die oberen Holzverkleidungen ausbreitete.
Die Sicherheitsstandards in Skiresorts stehen landesweit unter Beobachtung. Nur drei der 16 Skizentren der Türkei verfügen über eigene Feuerwehreinheiten. Der Vorfall hat Forderungen nach strengeren Vorschriften und einer besseren Infrastruktur in touristischen Gebieten laut werden lassen.