Ryanair verschiebt Abschaffung der gedruckten Bordkarte

09.03.2025 – 15:00 Uhr

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair wollte die erste papierlose Airline der Welt werden. Doch die vollständige Abschaffung der gedruckten Bordkarte verzögert sich: Statt wie ursprünglich geplant im Mai soll die Umstellung erst Anfang November 2025 erfolgen. Damit gibt das Unternehmen seinen Passagieren eine Gnadenfrist, um sich auf die ausschließliche Nutzung elektronischer Bordkarten vorzubereiten.

Ab dem 3. November werden Bordkarten nur noch in digitaler Form akzeptiert. Zumindest der Hauptbucher einer Reise muss die Bordkarten über die Ryanair-App anfordern, kann sie dann aber auch per Messenger an Mitreisende weiterleiten. Laut Ryanair nutzen bereits rund 80 Prozent der Passagiere die App für den Check-in.

Die Ankündigung der Umstellung löste vor allem in Großbritannien Proteste aus. Kritiker bemängeln, dass nicht alle Passagiere über ein Smartphone verfügen oder sich auf die Technik verlassen können. Insbesondere ein leerer Akku oder ein defektes Gerät könnten zu Problemen führen. Zudem verlangen einige Zielländer wie die Türkei oder Marokko weiterhin gedruckte Bordkarten, was die Umsetzung der papierlosen Strategie erschwert.

Ryanair hat sich zum Ziel gesetzt, durch den Verzicht auf gedruckte Bordkarten jährlich mehr als 300 Tonnen Abfall einzusparen. Außerdem erhofft sich die Airline, die Gebühren für das Einchecken am Flughafen weitgehend abschaffen zu können. Bisher erhebt Ryanair eine zusätzliche Gebühr, wenn Passagiere nicht selbst elektronisch einchecken, sondern den Service des Flughafenpersonals in Anspruch nehmen. Nach eigenen Angaben will das Unternehmen ab November “fast alle Gebühren für das Einchecken am Flughafen” abschaffen. Für bereits eingecheckte Passagiere, deren Smartphone defekt oder deren Akku leer ist, soll es weiterhin kostenlose Hilfe geben.