Eine massive Quallenplage hat die Küsten des Bosporus in Istanbul, insbesondere in den Stadtteilen Beşiktaş und Sarıyer, heimgesucht. Dies sorgt nicht nur bei Anwohnern für Besorgnis, sondern stellt auch Fischer vor große Herausforderungen. Die ungewöhnlich hohe Anzahl an Quallen wirft Fragen zu Umweltverschmutzung, Klimawandel und dem Zustand des marinen Ökosystems auf.
Fischer klagen über Auswirkungen auf den Fischfang
Fischer entlang des Bosporus sind zunehmend frustriert, da die Quallen ihre Arbeit erheblich erschweren. Nasuh Çalışkan, ein Fischer aus Sarıyer, beschreibt die Situation so:
“Seit zwei Monaten beobachte ich eine starke Verschmutzung des Wassers, die Ausbreitung von Meeres-Schleim (Mucilage) und eine wachsende Quallenpopulation. Die Fische verschwinden innerhalb kürzester Zeit, und es ist unmöglich, etwas zu fangen. Wir brauchen dringend Maßnahmen zur Reinigung des Meeres.”
Auch die Schwarzmeerprovinz Sinop verzeichnet eine ungewöhnlich große Quallenblüte. Laut Experten der Fakultät für Fischerei an der Universität Sinop ist ein ähnliches Phänomen im inneren Hafen der Region zu beobachten.
Experten sehen Ursachen im Klimawandel und in der Überfischung
Professor Levent Bat, Meeresbiologe an der Universität Sinop, nennt mehrere Gründe für die massive Quallenausbreitung:
- Steigende Meerestemperaturen durch den Klimawandel locken Quallen verstärkt in küstennahe Gebiete.
- Überfischung, die dazu führt, dass weniger Fischarten vorhanden sind, die mit Quallen um Zooplankton konkurrieren – ihre Hauptnahrungsquelle.
- Verschmutzung, insbesondere durch Haushaltsabfälle, erhöht den Nährstoffgehalt des Wassers und schafft damit ideale Bedingungen für das Wachstum von Quallen.