Das Döner-Imperium von Ex-Fußballstar Lukas Podolski gerät ins Visier der Lebensmittelkontrolleure: In zahlreichen Filialen von “Mangal x LP10” herrschen teils gravierende Hygienemängel. Recherchen von t-online zeigen das wahre Ausmaß der Missstände – und werfen Fragen zur Unternehmensführung auf.
Lukas Podolski, Weltmeister von 2014, hat mit seinem Namen eine starke Marke aufgebaut. Neben Mode, Eiscreme und einer eigenen Fußballhalle gehört auch die Fastfood-Kette “Mangal x LP10” dazu. Die Expansion verlief rasant: Mittlerweile gibt es fast 50 Filialen, eine internationale Expansion ist geplant. Doch hinter der Erfolgsgeschichte verbergen sich gravierende Hygienemängel.
Hygienemängel und Schädlingsbefall
In mehr als der Hälfte der bis Sommer 2024 kontrollierten Filialen stellten die Lebensmittelkontrolleure gravierende Mängel fest. Grundlegende Hygienemaßnahmen fehlten, Schulungen der Mitarbeiter konnten nicht nachgewiesen werden, Eigenkontrollsysteme waren unzureichend oder gar nicht vorhanden. Besonders brisant: Eine Filiale war seit über einem Jahr nicht mehr bei der Lebensmittelbehörde gemeldet. In mehreren Betrieben wurden verschmutzte Küchen, fehlende Reinigungsprotokolle und sogar Schädlingsbefall dokumentiert.
Podolskis Werbeversprechen und die Wirklichkeit
Dabei wirbt Podolski selbst mit hoher Qualität: “Ich will den Döner nicht neu erfinden, aber die Zutaten müssen immer frisch und von hoher Qualität sein”, heißt es auf der Website der Kette. Der Preis für einen Standard-Döner liegt mittlerweile bei knapp acht Euro, Tendenz steigend. Doch die Realität in den Filialen ließ lange zu wünschen übrig.
Eingeständnis und Versuch der Schadensbegrenzung
Nach monatelangen Recherchen konfrontierte t-online die Betreiber der Franchise-Kette mit den Hygieneproblemen. Die Antwort der Geschäftsführung war ein indirektes Eingeständnis: Die rasante Expansion habe die Kontrolle der Standards erschwert. “Das Hygienekonzept ist nach wie vor eine Baustelle”, heißt es in einer E-Mail eines Unternehmenssprechers. Inzwischen seien aber Maßnahmen ergriffen worden, darunter die Beauftragung einer externen Firma zur Hygienekontrolle.
Gleichzeitig versuchte Podolski selbst, die Berichterstattung zu stoppen: Eine renommierte Medienrechtskanzlei schickte ein Schreiben an t-online, in dem es hieß, eine Veröffentlichung der Recherchen sei “rechtswidrig”. Ein Interview lehnte der Ex-Fußballer ab.
Chronische Missstände im Vorzeigeladen
Besonders erschreckend sind die Zustände in der ersten “Mangal x LP10”-Filiale am Kölner Chlodwigplatz, wo Podolski 2018 den Startschuss für seine Döner-Kette gab. Bereits 2019 stellten Kontrolleure gravierende Mängel fest: fehlende Hygienekonzepte, nicht nachweisbare Gesundheitszeugnisse und ein verdreckter Arbeitsbereich. Im April 2020 wurden sogar Mäuse in dem Betrieb entdeckt. Lebensmittel waren einer Kontaminationsgefahr ausgesetzt, Reinigungsmaßnahmen mangelhaft. Auch 2024 waren die hygienischen Zustände “mangelhaft”.
Betrieb mit den meisten Beanstandungen: Nippes als Negativbeispiel
Als Negativbeispiel sticht eine weitere Filiale in Köln-Nippes hervor. Hier dokumentierten die Kontrolleure zwischen 2020 und 2023 immer wieder gravierende Verstöße. So wurden Soßen in stark verschmutzten Eimern gelagert, Spülküchen waren mit Schimmelbelägen verunreinigt und eine ehemalige Personaltoilette wurde als chaotischer Lagerraum zweckentfremdet. Im Frühjahr 2023 wurde ein Schädling direkt in der Küche gesichtet.
Gibt es nun wirkliche Verbesserungen?
Nach Unternehmensangaben wurden strengere Hygienemaßnahmen ergriffen, Schulungen verpflichtend gemacht und eine externe Kontrollfirma beauftragt. Doch erst die kommenden Monate und weitere Kontrollen werden zeigen, ob die Versprechen der Betreiber auch eingehalten werden.
Einige Filialen, unter anderem in Gummersbach und Euskirchen, wiesen bei Kontrollen keine gravierenden Mängel auf. Der Imageschaden für die gesamte Kette ist jedoch erheblich. Ob Lukas Podolski den Hygieneskandal übersteht, hängt davon ab, wie ernst er das Problem in Zukunft nimmt.