Felssturz im Touristenparadies: Tonnenschwere Gesteinsbrocken fordern ein Todesopfer

(Symbolbildquelle: Pexels.com)
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23.02.2025 – 15:00 Uhr

Die kroatische Küstenstadt Dubrovnik ist nicht nur ein beliebtes Urlaubsziel, sondern auch für ihre spektakuläre Landschaft bekannt. Doch genau diese Naturschönheit wurde jetzt zur Gefahr: Zwei massive Felsstürze erschütterten die Region und forderten ein Menschenleben.

Ein dramatischer Unfall ereignete sich am frühen Mittwochmorgen (19. Februar) auf der viel befahrenen Adriamagistrale D8. Ein Kleintransporter war auf der Umgehungsstraße von Dubrovnik unterwegs, als plötzlich ein tonnenschwerer Felsbrocken von einem höher gelegenen Hang auf das Fahrzeug stürzte. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Wagen zerquetscht, der Beifahrer (31) starb noch an der Unfallstelle. Der Fahrer (20) wurde schwer verletzt in das Allgemeine Krankenhaus von Dubrovnik eingeliefert. Der Felsbrocken rollte nach dem Aufprall weiter und kam erst in der Böschung unterhalb der Straße zum Stehen.

Ein Augenzeuge, der sich nur wenige Sekunden hinter dem verunglückten Fahrzeug befand, berichtete: „Der Felsbrocken fiel direkt auf das Auto. Er muss sich hunderte Meter über der Straße gelöst haben und kam mit unglaublicher Geschwindigkeit herunter. Das Fahrzeug war völlig zerstört, als wäre ein Flugzeug darauf gestürzt“.

Feuerwehrkommandant Zdravko Kovačić bezeichnete den Rettungseinsatz als eine der schwierigsten Bergungen, die sein Team je erlebt habe.

Gefahrenzone Srđ: Immer wieder Felsabbrüche

Der Felsen löste sich vom 412 Meter hohen Berg Srđ, der als beliebter Aussichtspunkt dient und eine Seilbahn beherbergt. Doch neben der spektakulären Aussicht ist der Berg auch für immer wiederkehrende Felsstürze bekannt. Bereits 2019 donnerte ein Felsbrocken die steilen Hänge des Srđ hinunter und traf die Windschutzscheibe eines Taxis, das mit mehreren Touristen unterwegs war. Der Fahrer wurde dabei schwer verletzt, konnte aber erfolgreich notoperiert werden.

Zweiter Felssturz auf beliebten Badestrand

Erst vor wenigen Tagen hatte ein weiterer Felssturz für Entsetzen gesorgt. In der Nacht von Montag auf Dienstag stürzte ein riesiger Felsbrocken auf den Strand unterhalb des Luxushotels Bellevue. Die Zerstörung war enorm, selbst Stahlbetonwände zerbarsten wie Papier. Glücklicherweise wurde niemand verletzt, aber der Vorfall wirft Fragen über die Sicherheit von beliebten Touristenorten auf.

Der betroffene Strand liegt direkt unterhalb einer steilen Klippe, auf der das Fünf-Sterne-Hotel mit 91 Zimmern thront. In der Hochsaison ist der Strand oft überfüllt. Bereits 2012 wurde hier eine Frau von einem herabstürzenden Felsbrocken verletzt.

Unwetter als mögliche Ursache

In den Tagen vor dem Unglück hatte es in der Region Dubrovnik sintflutartige Regenfälle gegeben. Experten vermuten, dass das Wasser in die Felsspalten eindrang, das Gestein instabil machte und so die Abbrüche auslöste.

Die dramatischen Felsstürze reihen sich ein in eine Serie von Naturereignissen, die in den vergangenen Monaten die kroatische Adriaküste erschüttert haben. Im Oktober rissen Unwetter Autos ins Meer, vor wenigen Tagen erschütterte ein Erdbeben die Küste und im Dezember geriet eine Fähre in einen schweren Sturm.

Sicherheitsmaßnahmen notwendig

Die jüngsten Ereignisse werfen dringende Fragen über die Sicherheit der Straßen und Strände in Dubrovnik auf. Die Behörden könnten gezwungen sein, neue Schutzmaßnahmen wie verstärkte Steinschüttungen oder Absperrungen einzuführen, um solche tragischen Vorfälle in Zukunft zu verhindern. Gerade für eine Stadt, die jährlich Millionen von Touristen anzieht, sind nachhaltige Sicherheitskonzepte von entscheidender Bedeutung.