Angesichts einer steigenden Zahl von Todesfällen durch gepanschten Alkohol haben die Behörden in Ankara ein spezielles Kontaktverfolgungsteam mobilisiert. Diese Methode, die bereits während der COVID-19-Pandemie zum Einsatz kam, wird nun zur Eindämmung dieser Gesundheitskrise genutzt.
Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft setzt sich das Team aus Polizei- und Gendarmeriebeamten zusammen. Ihr Ziel ist es, Personen zu identifizieren, die möglicherweise mit verdächtigen Händlern in Kontakt standen, und sie vor den Risiken des Konsums zu warnen.
Die Zahl der Todesopfer ist inzwischen auf 59 gestiegen, während sich 35 weitere Betroffene in intensivmedizinischer Behandlung befinden. Im Rahmen der Ermittlungen zur illegalen Produktion und Verbreitung von Fuselalkohol wurden 28 Verdächtige festgenommen, 25 weitere stehen unter gerichtlicher Kontrolle.
Die Ermittler durchforsten zudem die Telefonverbindungen der Verdächtigen, um herauszufinden, mit wem sie zuletzt in Kontakt standen. Bereits 34 Personen wurden ausfindig gemacht und über mögliche Vergiftungsgefahren informiert. Wer angab, möglicherweise verunreinigten Alkohol konsumiert zu haben, wurde zur sofortigen medizinischen Behandlung aufgefordert.
Die Untersuchung wird unter anderem wegen „Schmuggels“ und „vorsätzlicher Tötung mit bedingtem Vorsatz“ geführt. Währenddessen bestreiten die festgenommenen Verdächtigen jegliche Schuld. Ein Beschuldigter, Veysel K., verteidigte sich mit den Worten: „Ich trinke nur das, was ich selbst herstelle. Ich bin nicht für den Tod meines Freundes verantwortlich.“
Die Behörden weiten ihre Suche nach weiteren potenziellen Opfern aus und setzen auf toxikologische Analysen des Instituts für Forensische Medizin, um die tödliche Gefahr illegal hergestellten Alkohols in Ankara weiter zu bekämpfen.
Auswärtiges Amt warnt Türkei-Reisende vor Methanolvergiftungen
Auch das deutsche Auswärtige Amt hat auf die zunehmende Gefahr durch gepanschten Alkohol in der Türkei hingewiesen und eine offizielle Warnung ausgesprochen. In einigen Regionen, darunter insbesondere Ankara und Istanbul, wird illegal produzierter Alkohol verkauft, der giftiges Methanol enthalten kann.
Reisende werden dringend dazu angehalten, Alkohol nur in offiziellen Geschäften und lizenzierten Lokalen zu erwerben. Wer Alkohol aus unsicheren Quellen konsumiert, setzt sich einem erheblichen gesundheitlichen Risiko aus, da bereits mehrere Methanolvergiftungen registriert wurden.
Die Warnung richtet sich insbesondere an Urlauber, die Getränke von Straßenhändlern oder in nicht registrierten Bars kaufen könnten. Touristen sollten beim Kauf von alkoholischen Getränken besonders wachsam sein, um schwerwiegende gesundheitliche Folgen zu vermeiden.