Die seismische und vulkanische Aktivität rund um die Insel Santorini sorgt zunehmend für Besorgnis unter Wissenschaftlern. Die niederländische Geophysikerin Emily Hoeft erklärte in einem Interview mit griechischen Medien, dass sich der Santorini-Vulkan erneut auflädt und dies langfristig erhebliche Auswirkungen auf die Region haben könnte.
Magma-Bewegung und mögliche Folgen
Hoeft, die an der University of Oregon tätig ist und seit Jahren die vulkanische Aktivität auf Santorini erforscht, analysiert die Bedingungen, unter denen Magma an die Oberfläche treten und eine Eruption auslösen könnte. Ihre jüngsten Daten zeigen eine verstärkte Bewegung im Kolumbo-Vulkan, der sich nordöstlich von Santorini befindet.
Besonders bemerkenswert sei die Magma-Aktivität in der Nähe der Insel Anydros, die nach Hoefts Einschätzung den Druck unter Santorini verringert. Diese Bewegungen können kleinere Erdbeben auslösen, die Spannungen in der Erdkruste erzeugen und somit ein erhöhtes Risiko für größere seismische und vulkanische Ereignisse darstellen.
Gefahr von Vulkanausbruch und Tsunami
Obwohl Magma oft in der Erdkruste eingeschlossen bleibt, könne es in seltenen Fällen an die Oberfläche gelangen, so Hoeft. Besonders der Meeresboden südwestlich der Insel Anchor sei derzeit der wahrscheinlichste Punkt für einen möglichen Magma-Austritt.
Ein solcher Ausbruch könnte den Luftverkehr in der Region beeinträchtigen, da die entstehenden Aschewolken gesundheitsschädlich für die Atemwege sein können. Derzeit gebe es zwar noch keine konkreten Hinweise auf eine unmittelbar bevorstehende große Eruption, doch Hoeft betont die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Überwachung der Situation.
Wissenschaftler warnen davor, dass diese Entwicklungen nicht nur Griechenland, sondern auch die türkischen Küstengebiete betreffen könnten. Behörden und Bevölkerung werden daher zur erhöhten Wachsamkeit aufgerufen.